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Hexenschuss: Was jetzt hilft und wann du zum Arzt solltest

Autorenbild: Matthias Kranz
Matthias Kranz
vor 6 Stunden
4 Min. Lesezeit

Du hebst eine Kiste, drehst dich im Bett um oder bückst dich nach dem Schlüssel, und plötzlich schießt es in den unteren Rücken. Stechend, ziehend oder so, als wäre etwas blockiert. Aufrichten geht kaum, jede Bewegung tut weh, und du ziehst dich wie von selbst in eine schiefe, vorsichtige Haltung. Das ist der klassische Hexenschuss, medizinisch akute Rückenschmerzen oder Lumbago.

Die kurze Antwort: So heftig es sich anfühlt, hinter einem Hexenschuss stecken meist Dinge, die sich gut behandeln lassen: ein blockiertes Wirbelgelenk, verkrampfte Muskulatur oder eine gereizte Bandscheibe. Das Wichtigste, was du selbst tun kannst, ist in Bewegung zu bleiben, so viel es schmerzarm geht, statt dich tagelang hinzulegen. Sofort ärztlich abklären lassen solltest du es, wenn ein Bein deutlich an Kraft verliert, der Bereich zwischen den Beinen taub wird oder Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang dazukommen.

Manuelle Therapie an der Lendenwirbelsäule, Physiotherapie Matthias Kranz in Minden
Wir lösen Blockaden mit gezielten Mobilisationen, nicht mit einem Ruck.

Was bei einem Hexenschuss passiert

Ein Hexenschuss kommt fast immer im Zusammenhang mit einer konkreten Bewegung: Heben, Bücken, Aufstehen, Drehen unter Last. Die häufigsten Ursachen:

  • Blockierte Wirbelgelenke: Ein einzelnes Segment der Wirbelsäule bewegt sich nicht mehr frei und schränkt die ganze Bewegung stark ein.

  • Verkrampfte oder gezerrte Muskulatur: meist nach einer ruckartigen Bewegung oder einer Überlastung.

  • Eine gereizte Bandscheibe: etwa durch eine Vorwölbung oder einen Vorfall. Dann zieht der Schmerz häufig ins Gesäß oder ins Bein.

  • Ein blockiertes Kreuz-Darmbein-Gelenk (ISG): typisch beim Aufstehen, Drehen oder Anheben.

  • Ungünstige Belastung: falsches Heben oder Verdrehen unter Last.

Nach einem Sturz oder Unfall ist die Lage eine andere. Dann muss zuerst ärztlich abgeklärt werden, ob etwas gebrochen ist.

Warum dich die Schonhaltung festhält

Die schiefe, steife Haltung nach dem Einschießen ist ein Schutzmechanismus deines Körpers. Kurzfristig macht sie den Schmerz erträglicher. Hältst du sie aber über Tage, verspannt sich die Muskulatur immer weiter, die Beweglichkeit nimmt ab, und aus einem akuten Problem kann ein langwieriges werden. Deshalb ist das Lösen der Schonhaltung bei uns der erste Schritt der Behandlung.

Was du jetzt sofort tun kannst

  • In Bewegung bleiben. Bewegung hilft, Schonung verschlimmert. Ein paar Schritte durch die Wohnung oder ein langsamer Spaziergang sind besser als ein Tag im Bett.

  • Eine Entlastungsposition finden. Vielen hilft die Rückenlage mit angezogenen Beinen. Nutze sie bewusst für Pausen, statt den ganzen Tag gegen den Schmerz anzukämpfen.

  • Wärme. Sie entspannt die Muskulatur und beruhigt.

  • Sanfte Übungen. Drei, die sich in den ersten Tagen bewährt haben, findest du im nächsten Abschnitt.

Drei Übungen für die ersten Tage

Alle drei machst du nur im schmerzfreien Bereich, mehrmals am Tag. Es geht nicht ums Dehnen, sondern darum, dem Rücken zu zeigen, dass Bewegung wieder sicher ist.

  1. Becken kippen und kreisen. In Rückenlage mit aufgestellten Beinen das Becken langsam vor und zurück kippen, sodass der untere Rücken mal leicht ins Hohlkreuz geht und mal flach auf der Unterlage liegt. Später kleine Kreise.

  2. Katzenbuckel und Pferderücken. Im Vierfüßlerstand den Rücken langsam rund machen und ihn dann sanft durchhängen lassen. Nur so weit, wie es angenehm bleibt.

  3. Atmen mit sanfter Bauchspannung. In Rückenlage tief in den Bauch atmen und beim Ausatmen die tiefe Bauchmuskulatur leicht anspannen, als würdest du den Bauchnabel sanft nach innen ziehen.

Verstärkt eine Übung den Schmerz oder zieht er dabei ins Bein, lass sie weg und sprich uns an.

Wie wir einen Hexenschuss behandeln

Wir fangen mit der Frage an, was genau blockiert. Wann und wobei ist es passiert? Ist es das erste Mal? Zieht es irgendwohin? Dann prüfen wir die Beweglichkeit der Wirbelsäule in alle Richtungen, die einzelnen Wirbelsegmente und die Muskulatur. Zieht es ins Bein, testen wir Kraft, Gefühl und Reflexe. Vor und nach jeder Behandlung testen wir erneut, damit du und wir sofort sehen, ob sie gewirkt hat.

Erst die Schonhaltung lösen. Mit Radiofrequenztherapie, Mikrostrom und Magnetfeldtherapie senken wir die Muskelspannung und beruhigen das gereizte Gewebe. Die Radiofrequenz läuft in dieser Phase mit entzündungshemmenden Programmen. Dazu behandeln wir die umliegende Muskulatur mit den Händen, auch gezielt an Triggerpunkten.

Dann die Blockade lösen. Wir finden heraus, in welche Richtung das Segment blockiert ist, und mobilisieren es gezielt. Wir renken nicht ein, sondern lösen Blockaden mit dosierten Mobilisationen. Knackt es dabei, ist das ungefährlich, aber nicht das Ziel. Mikrostrom, Radiofrequenztherapie und Wärme unterstützen danach die Regeneration.

Dann bewegen statt schonen. Schon in den ersten Tagen bekommst du Übungen wie die oben, damit du Sicherheit gewinnst und die Angst vor der Bewegung verlierst.

Dann vorbeugen. Heben und Tragen, Sitzen, Pausen im Alltag: Wir schauen uns an, was dein Rücken braucht, damit er nicht wieder einschießt.

Wie lange dauert ein Hexenschuss?

Die Entzündung, die zu jeder frischen Reizung gehört, ist zunächst nichts Schlechtes. Sie ist der Anfang der Heilung und klingt normalerweise innerhalb weniger Tage ab. Ist die Blockade gelöst, braucht das gereizte Gewebe trotzdem noch etwas Zeit, so wie eine Wunde, nachdem ein Splitter gezogen wurde. Je länger das Problem schon bestand, desto länger dauert das.

Bleiben die Schmerzen deutlich länger, oder kommt der Hexenschuss immer wieder, hat das einen Grund. Den suchen wir.

Warum ein Hexenschuss wiederkommt

Kommt der Hexenschuss immer wieder, ist die Ursache meist noch da. Häufig sind es:

  • Fehlhaltungen, auf denen sich das akute Problem festsetzt

  • einzelne Wirbelsegmente, die dauerhaft zu wenig beweglich sind

  • muskuläre Ungleichgewichte, gegen die reine Schmerzbehandlung nichts ausrichtet

  • ein schief stehendes Becken

  • Stress, Angst vor Bewegung und Schlafmangel, die den Schmerz verstärken

Warum die Stelle, die wehtut, selten die Ursache ist, liest du in unserem Beitrag Warum kommen meine Rückenschmerzen immer wieder?

Wann du nicht warten solltest

Diese Zeichen sind selten, müssen aber ernst genommen werden.

Sofort zum Arzt, notfalls in die Notaufnahme:

  • Lähmungen oder schnell zunehmende Kraftlosigkeit im Bein

  • Taubheit im Bereich zwischen den Beinen, also dort, wo man auf einem Sattel sitzt

  • Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang

  • starke Schmerzen, die plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser einsetzen

Zeitnah ärztlich abklären:

  • Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall

  • Taubheit oder Kribbeln im Bein

  • Fieber, unerklärter Gewichtsverlust oder Nachtschweiß

  • Schmerzen in der Nacht, die sich in keiner Lage bessern

Was wir dafür im Haus haben

Deinen Termin bekommst du über Doctolib oder per WhatsApp an deinen Standort: Kutenhauser Straße oder Stiftsallee in Minden.

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. Was bei dir blockiert und wie viel Bewegung gerade guttut, klären wir im kostenfreien Erstgespräch.

 
 
 

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