Stoßwelle oder Radiofrequenz: Was ist der Unterschied, und was wofür?

Beide Verfahren kommen in der Physiotherapie bei Sehnen, Muskeln und chronischen Beschwerden vor, und beide werden oft in einem Atemzug genannt. Physikalisch haben sie nichts miteinander zu tun. Die Stoßwelle ist ein mechanischer Impuls, die Radiofrequenz ist Wärme, die im Gewebe selbst entsteht. Daraus folgt, wofür sie taugen.
Stoßwellentherapie: der mechanische Reiz
Ein Handstück erzeugt Druckwellen, die über ein Gel in das Gewebe geleitet werden. Du spürst das als kräftiges Klopfen, teils auch als kurzen, deutlichen Schmerz an der behandelten Stelle. Das ist gewollt: Der Reiz soll eine chronische, festgefahrene Reizung wieder in einen akuten Heilungsprozess überführen.
Typische Einsatzgebiete:
Fersensporn und Plantarfasziitis
Kalkschulter
Tennis- und Golferellenbogen
Achillessehne und Patellasehne
hartnäckige Muskelverhärtungen und Triggerpunkte
Eine Sitzung dauert wenige Minuten am Gerät. Üblich sind drei bis fünf Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche. Nach der Behandlung kann die Stelle einen oder zwei Tage empfindlicher sein.
Radiofrequenztherapie: Wärme von innen
Bei der INDIBA-Radiofrequenztherapie fließt ein hochfrequenter Strom durch das Gewebe zwischen zwei Elektroden. Das Gewebe setzt dem Strom Widerstand entgegen, dabei entsteht Wärme, und zwar nicht auf der Haut, sondern in der Tiefe. Du spürst eine angenehme, tiefe Wärme. Der Therapeut arbeitet währenddessen mit den Händen mit, weil die Elektrode wie ein Behandlungswerkzeug geführt wird.
Typische Einsatzgebiete:
frische Muskelverletzungen wie Zerrungen und Faserrisse
Sehnenreizungen, die noch akut sind
Schwellungen und Ergüsse nach Verletzungen oder Operationen
Verspannungen und Bewegungseinschränkungen
Vorbereitung auf Manuelle Therapie und Mobilisation
Eine Behandlung dauert 15 bis 30 Minuten. Sie ist schmerzfrei und kann auch im frühen Stadium einer Verletzung eingesetzt werden.
Der Unterschied in einem Satz
Die Stoßwelle stört, die Radiofrequenz unterstützt. Die Stoßwelle nutzt du, wenn ein Prozess seit Monaten steht und einen Anstoß braucht. Die Radiofrequenz nutzt du, wenn ein Prozess läuft und schneller oder mit weniger Schmerz laufen soll.
Die Übersicht
Stoßwellentherapie | Radiofrequenztherapie | |
Wirkprinzip | mechanische Druckwellen | Wärme im Gewebe durch Hochfrequenzstrom |
Gefühl | klopfend, teils schmerzhaft | tiefe Wärme, angenehm |
Stadium | chronisch, über Monate | akut bis subakut, auch früh nach Verletzung |
Klassische Fälle | Fersensporn, Kalkschulter, Tennisarm | Zerrung, Faserriss, Schwellung, Verspannung |
Sitzungen | 3 bis 5, wöchentlich | flexibel, oft in jede Behandlung integriert |
Kombination | mit aktivem Training danach | mit Manueller Therapie während der Behandlung |
Kann man beides kombinieren?
Ja, und bei manchen Beschwerden ist das die beste Wahl. Eine chronische Achillessehne bekommt die Stoßwelle für den Anstoß, die Radiofrequenz für die Durchblutung und die Manuelle Therapie für die Beweglichkeit der Wade. Entscheidend ist die Reihenfolge und die Frage, was die Sehne gerade braucht.
Was beide nicht können
Beide Verfahren behandeln Gewebe. Keines von beiden beantwortet, warum das Gewebe überlastet wurde. Ein Fersensporn hat eine Ursache in der Belastung, im Fuß, in der Hüfte oder im Schuhwerk. Eine Kalkschulter hat eine Ursache in der Schulterführung. Wer nur das Gewebe behandelt und die Ursache nicht sucht, hat in einem Jahr dieselbe Stelle wieder.
Deshalb steht bei uns vor jedem Gerät die Untersuchung, und nach jedem Gerät das Training.
Wie wir entscheiden
Im Erstgespräch schauen wir uns an, wie lange die Beschwerden bestehen, wie das Gewebe reagiert, was schon versucht wurde und welche Belastung dahintersteckt. Daraus ergibt sich, ob ein Verfahren überhaupt sinnvoll ist, welches, und in welcher Kombination mit Manueller Therapie und Training.
Was wir dafür im Haus haben
Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. Welches Verfahren für deine Beschwerden passt, klären wir im Erstgespräch.




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