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Physiotherapie für Handballer: typische Verletzungen und wie wir vorbeugen

Autorenbild: Matthias Kranz
Matthias Kranz
vor 3 Stunden
4 Min. Lesezeit

Handball verlangt Sprungkraft, Wurfkraft, Körperkontakt und schnelle Drehungen, oft mehrmals pro Woche. Typisch sind deshalb Verletzungen an Knie, Sprunggelenk und Wurfschulter.

Die kurze Antwort, was hilft: die Schwachstelle finden, bevor sie wehtut. Viele Handballverletzungen passieren ohne Gegnerkontakt, beim Landen, beim Abstoppen oder beim Wurf. Dahinter steckt oft ein Kraftunterschied, eine Beinachse, die wegknickt, oder eine Schulter, die den Arm nicht sauber abbremst. Das lässt sich messen und trainieren.

Trainingstherapie am Kabelzug in unserer Praxis in Minden
Trainingstherapie am Kabelzug in unserer Praxis in Minden

Was Handball dem Körper abverlangt

  • Wurfkraft und eine Schulter, die den Arm nach dem Wurf wieder abbremst

  • einen stabilen Rumpf für Körperkontakt und Drehungen

  • Sprünge und Landungen, ein- und beidbeinig

  • schnelle Richtungswechsel mit stabiler Beinachse

  • viele Bewegungen über Kopf

Das Knie

Im Handball trifft es das Knie auf zwei Wegen. Der eine ist der plötzliche: Kreuzbandriss oder Meniskusverletzung bei einer Landung oder einem Richtungswechsel, meistens ohne Gegnerkontakt. Der andere ist der schleichende: das Patellaspitzensyndrom, auch Jumpers Knee genannt. Es schmerzt direkt unter der Kniescheibe, beim Springen, Landen, Abstoppen und oft am Tag nach dem Training.

Bei beiden schauen wir über das Knie hinaus. Häufig fehlt die Kontrolle aus der Hüfte, das Bein dreht bei der Landung nach innen, und das Knie bekommt die Last ab, die eigentlich Hüfte und Oberschenkel tragen sollten.

Das Sprunggelenk

Umknicken gehört im Handball fast zum Alltag. Entscheidend ist, wie oft es passiert. Wer dreimal in einem Jahr am selben Fuß umknickt, hat meistens kein Pech, sondern eine Schwäche: zu langsame Reaktion der seitlichen Wadenmuskeln, ein Gelenk, das nach alten Verletzungen locker geworden ist, oder eine Hüfte, die die Beinachse nicht hält. Mehr dazu in unserem Beitrag Sprunggelenk: warum es beim zweiten Mal schneller geht.

Die Wurfschulter

Beim Wurf beschleunigen die Muskeln vorne an der Schulter den Arm, die Muskeln hinten müssen ihn wieder abbremsen. Stimmt das Verhältnis zwischen beiden nicht, bekommt die Schulter auf Dauer zu viel ab. Dazu kommen das Schulterblatt, das sich mitbewegen muss, und der Rumpf, der die Kraft aus den Beinen in den Wurf überträgt. Auch Abwehrspieler kennen Schulterprobleme, weil sie beim Blocken immer wieder Druck nach hinten abfangen.

Am Wurfarm ist mehr Kraft und mehr Umfang normal. Wichtig ist, ob ein Unterschied eine Erklärung hat oder ob er auf ein Problem hinweist.

Warum es gerade dich erwischt

Die Verletzung zeigt, wo es nachgegeben hat. Warum, steht woanders. Typische Gründe:

  • Kraftunterschiede zwischen beiden Beinen oder zwischen Vorder- und Rückseite

  • eine Hüfte, die das Bein bei Landung und Richtungswechsel nicht stabil hält

  • ein Rumpf, der bei Drehungen und Würfen nachgibt

  • alte Verletzungen, die nie ganz aufgearbeitet wurden

  • Müdigkeit: Was frisch noch stabil ist, kippt am Ende des Spiels

Was wir messen

  • Haltung, Beinachse und Seitenunterschiede mit der SCANECA 3D-Körperanalyse

  • Kraft im Seitenvergleich an der Beinpresse, isometrisch und dynamisch

  • die Rotationskraft der Schulter, beide Richtungen und beide Seiten

  • Sprung- und Landetests ein- und beidbeinig

  • Reaktion, Richtungswechsel und Entscheidungen unter Zeitdruck auf dem SkillCourt

Für Mannschaften machen wir das als Präventionsscreening: in der Saisonvorbereitung und dann alle acht bis zwölf Wochen. So fallen Seitenunterschiede auf, bevor sie wehtun.

Nach einer Verletzung

Wann du zurück in die Halle gehst, entscheidet bei uns nicht der Kalender, sondern ob Kraft, Sprünge und Stabilität wieder stimmen und ob die Ursache beseitigt ist. Nach Kreuzbandverletzungen arbeiten wir dabei mit den Testverfahren, die wir auch für die VBG einsetzen, mit der wir zusammenarbeiten. In der frühen Phase nach einer Operation hilft das AlterG-Laufband, mit bis zu 80 Prozent Entlastung wieder schmerzfrei zu laufen.

Wen wir im Handball betreuen

Unser Team betreut die Handball-Damen von LiT 1912 (Rebekka), die Frauen und Männer der HSG Petershagen/Lahde (Yannick, für die 1. Herren mit Präventionsmessungen) und die männliche B-Jugend von GWD Minden in der B-Jugend-Bundesliga (Lea). Im Beachhandball betreuen wir den deutschen Rekordmeister BHC Sand Devils und die Minga Turtles, beide deutscher Meister. Beim EHF Beach Handball Champions Cup haben wir die Teams auch international begleitet, bestes Ergebnis war Platz drei mit den Minga Turtles 2021.

Matze war selbst Handballer: mit 14 im Internat beim VfL Gummersbach, mit 15 in der B-Jugend von GWD Minden. Durch eine Verletzung kam er zur Physiotherapie im Leistungssport.

Was du selbst tun kannst

  • Wärm dich mit Sprung-, Lande- und Stabilitätsübungen auf, nicht nur mit Einlaufen. Strukturierte Aufwärmprogramme senken die Verletzungsrate nachweislich, das ist im Fußball gut untersucht (Thorborg 2017).

  • Trainiere Kraft das ganze Jahr, für Beine, Rumpf und die Rückseite der Schulter. Krafttraining senkt Sportverletzungen deutlich (Lauersen 2014). In der Saison reicht oft eine Einheit pro Woche, wenn die Intensität hoch bleibt.

  • Nimm kleine Beschwerden ernst. Wenn dieselbe Stelle immer wieder zieht, ist das ein Muster.

  • Geh nach einer Verletzung nicht nach Datum zurück, sondern wenn die Funktion wieder da ist.

Wann du nicht warten solltest

  • Das Knie hat bei einer Drehung nachgegeben und ist danach dick geworden.

  • Die Schulter fühlt sich nach einem Wurf oder Zweikampf instabil an, oder der Arm kribbelt.

  • Du knickst immer wieder am selben Fuß um.

  • Der Schmerz wird im Spiel stärker statt schwächer.

Dann lass es untersuchen. Wenn uns etwas auffällt, das ärztlich abgeklärt gehört, sagen wir dir das offen.

Was wir dafür im Haus haben

Wie du anfängst

Am Anfang steht ein kostenfreies Erstgespräch von 45 Minuten mit Untersuchung und 3D-Körperanalyse. Danach besprechen wir Umfang und Kosten. Ein Rezept brauchst du nicht, Matze ist sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie. Buch dir deinen Termin über Doctolib oder schreib uns per WhatsApp. Für Mannschaften sprechen wir das Präventionsscreening gern direkt mit Trainer oder Verein ab.

Alle Aussagen sind Einschätzungen aus unserem Praxisalltag und ersetzen keine individuelle Untersuchung.

 
 
 

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