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Fersensporn: Was dahintersteckt und was wirklich hilft

Autorenbild: Matthias Kranz
Matthias Kranz
vor 2 Tagen
4 Min. Lesezeit

Der erste Schritt am Morgen sticht in der Ferse, nach ein paar Metern wird es besser, nach einem langen Tag auf den Beinen ist es wieder da. Irgendwann zeigt das Röntgenbild einen kleinen knöchernen Dorn am Fersenbein, und der Schuldige scheint gefunden: ein Fersensporn.

Die kurze Antwort: Der Sporn ist meist nicht die Ursache deiner Schmerzen, sondern die Folge einer Sehne, die über lange Zeit zu viel Zug abbekommen hat. Viele Menschen haben einen Fersensporn, ohne je Beschwerden zu haben. Deshalb behandeln wir zuerst den Grund für den Zug, meist eine zu hohe Spannung der hinteren Kette oder eine Fehlstatik, Fehlhaltung oder Instabilität im Sprunggelenk. Ist das ausgeglichen, behandeln wir den Sporn selbst, mit Stoßwelle in Kombination mit Magnetfeldtherapie.

Therapeut bereitet eine Gerätebehandlung an Bein und Fuß vor, Physiotherapie Matthias Kranz in Minden
Vor jeder Behandlung steht die Frage, woher der Zug an der Ferse kommt.

Was ein Fersensporn ist

Am Fersenbein setzen zwei kräftige Sehnen an. Unten die Sehnenplatte, die unter dem Fuß von der Ferse bis zu den Zehen zieht und das Fußgewölbe hält. Hinten die Achillessehne. Entsprechend gibt es zwei Formen:

  • Den unteren Fersensporn: ein knöcherner Ausläufer an der Unterseite der Ferse, dort, wo die Sehnenplatte ansetzt.

  • Den hinteren Fersensporn: ein knöcherner Ausläufer am Ansatz der Achillessehne. Oft ist zusätzlich ein Knochenvorsprung am Fersenbein beteiligt, die sogenannte Haglund-Ferse.

Beide entstehen, wenn über lange Zeit mehr Zug oder Druck auf den Sehnenansatz wirkt, als er verkraftet. Beim Zug wird die Sehne minimal aus dem Knochen gezogen, an dieser Stelle gerät der Stoffwechsel durcheinander, und das Gewebe verkalkt. Diese Verkalkung bildet sich nicht von allein zurück.

Warum der Sporn selten die Ursache ist

Der Sporn zeigt, dass an dieser Stelle lange Zeit viel Zug oder Druck war. Er erklärt aber nicht, warum. Deshalb fragen wir bei jedem Fersensporn: Warum hat sich dieser Sporn gebildet, und warum gerade an diesem Fuß? Solange der Zug bleibt, bleibt auch der Schmerz, egal wie oft die Ferse behandelt wird.

Woran du es erkennst

Beim unteren Fersensporn:

  • stechender Schmerz unten an der Ferse, eher innen

  • Anlaufschmerz beim ersten Schritt am Morgen oder nach dem Sitzen

  • nach ein paar Schritten besser, nach langer Belastung wieder schlechter

Beim hinteren Fersensporn:

  • Schmerz direkt am Knochenansatz der Achillessehne

  • Druckschmerz in Schuhen mit harter Fersenkappe

  • Steifigkeit am Morgen, manchmal Rötung und ein Wärmegefühl

  • Schmerz, wenn du den Fuß Richtung Schienbein ziehst

Warum die Ferse so viel Zug abbekommt

Meist steckt einer von zwei Gründen dahinter, oft auch beide:

  • Zu viel Spannung in der hinteren Kette: Muskeln und Faszien an der Rückseite des Körpers arbeiten wie eine Kette, von der Lendenwirbelsäule über Gesäß, Oberschenkelrückseite und Wade bis zur Ferse. Steht diese Kette dauerhaft unter zu hoher Spannung, kommt der Zug am Ende an der Ferse an.

  • Fehlstatik, Fehlhaltung oder ein instabiles Sprunggelenk: Kommt der Fuß nicht weit genug nach oben, arbeitet das Fußgewölbe nicht aktiv mit, ist ein Bein funktionell länger oder ist das Sprunggelenk nach altem Umknicken instabil geblieben, verschiebt sich die Last, und die Ferse muss ausgleichen.

Dazu kommen Auslöser wie harte Böden, neue Sportarten oder plötzlich mehr Training.

Was wir untersuchen

Wir klären zuerst, wo genau es wehtut: unten oder hinten, am Knochenansatz oder in der Sehne. Mit einem einfachen Test, bei dem wir deine große Zehe nach oben führen, prüfen wir die Sehnenplatte unter dem Fuß. Dann schauen wir über die Ferse hinaus: Beweglichkeit des Sprunggelenks, Fußgewölbe, Wade, Gangbild und Abrollen, Hüfte, Becken und Beinlänge, immer im Seitenvergleich. Schmerzt die Ferse vor allem in Ruhe oder nachts, denken wir auch an eine Ermüdungsfraktur des Knochens und lassen das ärztlich abklären.

Wie die Behandlung abläuft

Erst die Ursache ausgleichen. Radiofrequenztherapie in niedriger Dosierung, Mikrostrom und Magnetfeldtherapie beruhigen den gereizten Ansatz. Vor allem aber arbeiten wir an dem, was den Zug verursacht: an der Spannung der hinteren Kette, an Statik und Haltung und an der Stabilität des Sprunggelenks. Beim hinteren Fersensporn entlasten wir den Ansatz zusätzlich, etwa über die richtigen Schuhe.

Dann den Sporn behandeln. Ist die Ursache ausgeglichen, kommt man meist nicht darum herum, den Sporn selbst zu behandeln. Dafür kombinieren wir Stoßwelle und Magnetfeldtherapie. Die Stoßwelle gehört zu den am besten untersuchten Verfahren bei Beschwerden der Sehnenplatte, und Studien zeigen, dass sie zusammen mit aktivem Training deutlich mehr bringt als allein. Wichtig ist die Reihenfolge: Wer an den Sporn geht, bevor die Ursache ausgeglichen ist, behandelt nur das Symptom. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 setzen wir keine Stoßwelle ein. Bei ihnen kann hinter Fersenschmerzen auch eine gereizte Wachstumszone am Fersenbein stecken.

Dann aufbauen. Beweglichkeit im Sprunggelenk, ein aktives Fußgewölbe, eine kräftige und lockere Wade, eine stabile Hüfte und ein sauberes Abrollen. Auf dem Antigravitationslaufband üben wir das Gangbild schmerzfrei mit weniger Körpergewicht.

Dann prüfen und dein Ziel erreichen. Gehen, Stehen und Treppen ohne Schmerz, keine Morgensteifigkeit mehr, normale Schuhe, und wenn du Sport machst, Laufen und Springen ohne Reaktion am nächsten Tag.

Was du selbst tun kannst

  • Nicht komplett schonen. Pause allein macht die Sehne nicht belastbarer.

  • Die Wade kontrolliert kräftigen, lieber oft als viel auf einmal und so, wie wir es dir zeigen. Beim hinteren Fersensporn anfangs ohne Zusatzgewicht.

  • Morgens vor dem ersten Schritt den Fuß ein paar Mal bewusst bewegen.

  • Harte Böden und ganz flache Schuhe für eine Weile reduzieren, beim hinteren Sporn Schuhe mit harter Fersenkappe meiden.

  • Einlagen nicht auf Verdacht: Wir empfehlen sie nicht pauschal. Wichtiger ist die Frage, warum so viel Zug an der Ferse ankommt.

  • Geduld haben. Sehnen bauen sich langsam um, Beschwerden ziehen sich oft über Monate.

Geht ein Fersensporn wieder weg?

Von selbst bildet sich der knöcherne Sporn in der Regel nicht zurück. Deshalb behandeln wir ihn, sobald die Ursache ausgeglichen ist, direkt mit Stoßwelle und Magnetfeldtherapie. Unser Ziel ist dabei nicht ein schöneres Röntgenbild, sondern eine Ferse, die wieder schmerzfrei belastbar ist. Viele Menschen leben übrigens mit einem Sporn, den sie nie bemerken.

Wann du nicht warten solltest

  • nach einem Sturz oder Unfall, oder wenn du nicht auftreten kannst

  • die Ferse ist geschwollen, warm und gerötet, dazu Fieber

  • Schmerzen vor allem in Ruhe oder in der Nacht

  • Taubheit oder Kribbeln im Fuß

  • ein plötzlicher Schmerz hinten an der Ferse mit spürbarem Kraftverlust

Was wir dafür im Haus haben

Deinen Termin bekommst du über Doctolib oder per WhatsApp an deinen Standort: Kutenhauser Straße oder Stiftsallee in Minden.

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. Woher der Zug an deiner Ferse kommt und ob eine Stoßwelle in deinem Fall sinnvoll ist, klären wir im kostenfreien Erstgespräch.

 
 
 

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